
Limes-Buchhandlung, Welzheim
Denn die Limes-Buchhandlung ist für uns nicht irgendeine Buchhandlung, sondern unsere ganz besondere.
Richtig angefangen hat das vor einigen Jahren, genau im November 2004.
Werner Bredl, Ute Heyd und Michael Henschke hatten damals die Idee, einen Vorleseabend ins Leben zu rufen – oder eben nicht einen, sondern eine ganze Reihe davon: immer am ersten Mittwoch jeden Monats. Michael begann, was inzwischen als eine feste Institution bekannt ist, mit dem damals neu erschienenen „Tintenherz“ von Cornelia Funke. Ein Buch, das Jugendliche und Erwachsene, die gesamte gemischte Besuchergruppe an jenem ersten Abend, gleichermaßen ansprach.
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Immer wieder anklingeln
In den Anfängen unseres gemeinsamen Schreibens, als noch keiner von uns beiden ahnte, wie es sich irgendwann entwickeln würde, als der point of no return bloße Zukunft war: wir zwei – schreibend. In unseren Ritualgläsern ein tiefdunkler Barolo, eingeschenkt aus einer Dekantierkanne. Wir zelebrieren das Anklingeln, wir riechen an der dunklen, dicken Flüssigkeit. Ungefähr dreizehn Jahre lag die Flasche in Michaels tiefem Keller, ungestört reifte der Wein heran, träge floss er über unsere Zunge, rann langsam, ganz viel Aroma hinterlassend, die Kehle hinab. Wir beginnen etwas Neues, hauchen ihm Leben ein. Noch weiß keiner, was endgültig daraus werden wird, aber es gibt eine Zwillingsflasche zu diesem Wein, und wir beschließen, wann wir diese öffnen werden …
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Rienharzer Sägmühle
Aus den Niederungen der Sägmühle begeben wir uns auf die Höhe der Schwäbischen Alb, und wir erreichen Münsingen zügiger, als wir erwartet haben. Zeit für eine Tasse Kaffee und eine Zigarette, wir sind einfach total aufgeregt.
Bei einem Mittagessen treffen wir Herrn Wiedemann vom Werbeatelier Wiedemann in Münsingen, den wir bisher nur telefonisch kennen. Die Wellenlänge stimmt sofort, er ist ein Enthusiast wie wir und vernarrt in schöne Bücher, egal ob sie in seinem Verlag erscheinen, oder ob er sie im Auftrag anderer Verleger druckt.
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Klingelnde Weingläser
Wenn man sich so oft sieht, wie wir zwei uns, entwickeln sich ganz von selbst gewisse Gewohnheiten, die der gemeinsamen Arbeit einen Rahmen geben. Einen Teil davon habe ich schon in „Zwei Autoren, ein Buch?“ beschrieben. Außerdem haben wir noch verschiedene andere Eigenheiten. So schreiben wir unser Urmanuskript immer altmodisch von Hand auf Papier. Wenn wir dann beide zufrieden sind, wird es in den Computer gehackt. Eine Tätigkeit, die wir abgrundtief hassen, die aber auch ihre Vorteile hat. Oft entdeckt man doch noch Worte, die doppelt vorkommen, oder auch logische Schwachstellen, dann wird natürlich sofort nachgebessert.
Ab und zu benützen wir bestimmte Phrasen, um zum Beispiel eine Stimmung auszudrücken. Wenn wir überlegen, wie es weitergehen soll, persönliche Entscheidungen anstehen, dann fällt mit Sicherheit folgender Satz:
„Die Straße gleitet fort und fort, weg von der Tür, wo sie begann.“
Ich möchte Ihnen auch den Rest des Verses, den Frodo im ersten Band von Der Herr der Ringe „wie für sich selbst und langsam redend“ in Erinnerung an Bilbo „plötzlich sprach“:
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Hier entstand ein großer Teil des ersten Romans „Eins von Fynf“
Immer wieder werden wir gefragt, wie man zu zweit ein Buch schreibt. Ein Buch, ein Autor — das ist die gängige Vorstellung. Jemand hat eine Idee und bringt diese aufs Papier. Schreibt frisch-fröhlich von der Leber weg, recherchiert, wenn nötig, und fasst alles in seine eigenen Worte. Es gibt Autoren, die ihr Buch quasi in einer Schussfahrt schreiben und es relativ schnell zu Ende bringen, oder solche, die auf eine Schreiblaune warten und auf Eingebungen hoffen und in Raten schreiben, was sich dann über einen längeren Zeitraum hinzieht. Wir gehören sicherlich eher zu der zweiten Sorte. (weiterlesen & kommentieren…)