Für wen?

Es ist die immer wiederkehrende Frage, für welche Leserschaft ein Buch geschrieben wird oder wurde, also die nach der so genannten Zielgruppe. Dabei gibt es erstaunlicherweise aber immer wieder Grenzen sprengende Bücher, gerade auch im Fantasy-Bereich.

Beispiel hierfür ist Tolkiens „Der kleine Hobbit“, als Kinderbuch geschrieben, und von Erwachsenen geliebt wie Milnes „Pu der Bär“. Der erste Harry Potter wurde von neun Verlagen abgelehnt, unter anderem mit der Begründung, so umfangreiche Jugendbücher seien nicht verkäuflich. Dann wurde jeder Folgeband umfangreicher und löste bei den Kids, aber auch bei ihren Eltern einen regelrechten Leseboom aus. Für wen sind „Eragon“, „Tintenherz“ und die Biss-Romane gedacht? Nein, die Grenzen zwischen Jugend- und Erwachsenenliteratur sind nicht so scharf gezogen, wie manche Lektoren zu wissen glauben.

Fragt man uns also, für wen wir „Eins von Fynf“ geschrieben haben, so ist die Antwort: für alle Altersgruppen von der Jugend bis zum Greisenalter. Aber natürlich wird eine Zwölfjährige unsere Geschichte anders lesen als ein Achtzigjähriger, ungeduldiger vielleicht, weil sie möglichst schnell wissen will, wie die Geschichte ausgeht. Manche weltanschauliche und religiöse Überlegungen wenden sich wohl eher an den gereiften Leser, der sich selbst schon mit solchen Gedanken beschäftigt hat.

So ist unsere Hoffnung, dass „Eins von Fynf“ jedem, altersunabhängig, etwas von dem bietet, was er sich von der Lektüre erwartet: Abenteuer auf einer langen Lesereise, unterhaltsame Auszeit, Anregung zum Nach- und Weiterdenken und natürlich gespannte Erwartung auf „Zwei von Fynf“.

8 September '10 von Michael Henschke, in Erzählenswertes.